San Francesco della Vigna: Secrets of The Oldest Vineyard in Venice

German version below

For the past 3-4 years, between 27 and 35 million travelers have been arriving in Venice, every year.

What do these figures mean for life in Venice? To continue functioning as “normal city”, Venice needs areas that belong to residents, where they can retreat and ” just live”: Currently, these areas are eastern Castello plus Sant’Elena, and San Francesco della Vigna.

Currently, there are two areas in Venice where tourists do not “clog the streets” during the high season: Instead, there are schools and grocery stores required for daily life, as many of these have closed in the touristic areas.

Both San Francesco della Vigna and Sant’Elena keep functioning as “areas of normal life”, residential zones balancing out the effects of mass tourism in the city. But what is the difference between Sant’Elena and San Francesco della Vigna?

Sant’Elena is a rather “new” area, properly urbanized in the 19th century.

San Francesco della Vigna, on the other hand, is ancient. It’s our heartland, first urbanized in the 4th century AD, and there’s a good reason why we treasure it so much:

Venice has always had two faces, right from the start: The vetrina – the showcase has always been Piazza San Marco and its district (sestiere di San Marco), welcoming visitors with open arms. This is the international, open and diplomatic side of our city, where the merchant fairs took place, so essential for the commercial success of the Republic in the past. And here, the first hotels were created!

shops for everyday life around San Francesco della Vigna

But then, every city needs a quiet zone where people can retreat to as it’s not San Marco where most Venetians live! San Marco houses all the government offices and buildings, and the Basilica. The areas where Venetians live are currently Eastern Castello, San Francesco della Vigna, and Santa Marta (lost when the docks for the port were built).

To balance out life, there’s always been a second city behind the loud and posh showcase: The so-called fringe areas, the most prominent and oldest of which is San Francesco della Vigna.

By the way, this dichotomy also shows in the patron-saints Venice: Saint Mark is the patron saint of the international and open Venice looking south towards the Adriatic Sea and the Levant. Saint Francis of Assisi is the de facto patron saint of the private and reflective Venice, looking north towards the Lagoon (and the island San Francesco del Deserto on which he is said to have found shelter during a storm).

The convent of San Francesco della Vigna is special to the identity and history of our city: It is the ONE area where both saints are present: This convent is dedicated to St. Francis, but also houses a little chapel in its vineyard next to the gasometers, dedicated to Saint Mark (who also found shelter from a storm here, according to legend).

Where the Venetians live, the Lagoon is never far away. They live in Calle de l’Orto, della Vigna, which means that the green garden jewels on which they have always depended for self-sufficient life, were just next door. The northern fringe area was the home of artists like Tintoretto and Titian, and Levantine spice merchants. The rest consisted of gondola workshops and vineyards.

In the midst of this green and popular area, a gasometer had been built in the 19th century, overlooking the Lagoon next to the vineyards of San Francesco and the church of Santa Giustina. This area, its schools and shops have become a vital counter-balance to an already overly touristic city, and its future development has been openly discussed since 2017.

While a solution for the contaminated areas of the ex-gasometers is essential, it is equally important for Venetians to to stay in this area around San Francesco della Vigna, filled with Venetian life, shops, and schools, and thus it must be treated with utmost care. Sustainable solutions for using former gasometer sites have been implemented in other cities such as Vienna where the ex-gasometers were successfully integrated into city life.

Sogar im Sommer ist es hier richtig ruhig!

There’s another, unknown, reason why San Francesco della Vigna is extremely important for Venice and the Venetians, that Lina wants me to share: San Francesco della Vigna, in addition to housing an extremely valuable library and unique garden, is the meeting place of the ancient associations: After 1797, this convent became the spiritual home of Venice. It’s also the home of the Cavalieri di San Marco, founded in 1571 to support Venice after the battle of Lepanto. They have an important international network meeting here every year on 25 April.

Part 2 of this blog series will take you inside, into the monastery and its gardens and vineyard, and you will discover the story of the oldest wine of Venice!

German Version

Trotz des Hochwassers im November kamen 2019 ungefähr 30 Millionen Reisende nach Venedig. Die meisten von ihnen blieben nur einige Stunden oder einen Tag, und noch mehr kamen von den Hotels auf dem Festland von Venedig und den Kreuzfahrtschiffen.

Aber wie reagieren die Venezianer, wenn ihre Stadt völlig überlaufen ist? Richtig, die beiden Wohngebiete in der Stadt, in denen sie sich zurückziehen und durchatmen können, gewinnen an Bedeutung: Diese Stadtteile sind der östliche Teil von Castello um Sant’Elena, und San Francesco della Vigna.

Derzeit haben wir also zwei Bereiche in der Stadt, in denen auch in der Hochsaison nur wenige Touristen zu sehen sind: Hier gibt es noch die Lebensmittelgeschäfte, die wir für den Alltag dringend benötigen, da viele davon in den touristischen Stadtteilen geschlossen haben. Hier gibt es Schulen, und noch genug Raum zum Atmen und “einfach leben”. Daher ist die Existenz der Stadtteile San Francesco und Sant’Elena lebenswichtig: Ohne sie würden die Venezianer endgültig die Stadt verlassen.

the courtyards of the GB Benedetti School next to San Francesco della Vigna

Aber gibt es dann einen Unterschied zwischen den Sant’Elena und San Francesco della Vigna?

Sant’Elena ist ein eher “neues” Stadtviertel, es wurde erst im 19. Jahrhundert vollständig urbanisiert.

San Francesco della Vigna hingegen ist uralt. Es ist das venezianische Kernland, und es gibt einen guten Grund, warum wir es so sehr schätzen. Es ist das Rückzugsgebiet der Venezianer und die Heimat einer wichtigen venezianischen Organisation. Mit anderen Worten: Die Venezianer brauchen den funktionierenden Stadteil San Francesco della Vigna, um weiterhin in ihrer Stadt zu leben.

Venedig hatte immer zwei Gesichter, von Anfang an! Das “Schaufenster” der Republik, nach Süden und aussen gewandt, war schon immer der Markusplatz und seine Umgebung. Er heißt Besucher mit offenen Armen willkommen. Das ist die internationale, offene und diplomatische Seite unserer Stadt, wo Handelsmessen stattfanden, die für den wirtschaftlichen Erfolg der Republik in der Vergangenheit wesentlich waren.

Dennoch benötigt jede Stadt einen Gegenpol: Bereiche, in die sich die Menschen zurückziehen können. Es ist nicht San Marco, wo die meisten Venezianer leben! San Marco beherbergte alle Regierungsbüros und Gebäude und die Basilika.

Schon immer gab es drei Rückzugsorte für die Venezianer: das östliche Castello, San Francesco della Vigna und Santa Marta (das verloren ging, als der Hafen mit den Docks für die Kreuzfahrtschiffe gebaut wurde).

Somit balanciert eine “zweite Stadt” hinter dem lauten und noblen Schaufenster San Marco das Leben aus: Die Randgebiete der Stadt sind die Heimat der Venezianer.

Diese Dichotomie zeigt sich auch bei den Schutzheiligen der Stadt: Der Heilige Markus ist der Schutzpatron des internationalen und offenen Venedig mit Blick nach Süden in Richtung Adria und der Levante, der heilige Franziskus des privaten und reflektierenden Venedig nach Norden in Richtung Lagune (und die Insel San Francesco del Deserto, wo er der Legende nach während eines Sturmes Schutz suchte).

San Francesco della Vigna ist das einzige Gebiet der Stadt, in dem sich beide Heiligen treffen: Es ist dem heiligen Franziskus gewidmet, beherbergt aber eine kleine Kapelle im Weingarten neben den Gasometern, die an die Legende erinnert, dass auch San Marco hier während eines Sturms Schutz gefunden hat.

Wo die Venezianer leben, ist die Lagune nie weit entfernt. Sie leben in der Calle de l’Orto, della Vigna, Gassen mit Namen, die an die grünen Gartenjwele erinnern, die es den Venezianern ermöglichten, sich selber zu versorgen. Im nördlichen Randgebiet der Stadt lebten auch Künstler wie Tintoretto und Tizian sowie levantinische Gewürzhändler. Der Rest bestand aus Gondelwerften und vielen Weingärten.

Wie in so vielen anderen Städten der Welt wurde im 19. Jahrhundert auch in Venedig ein Gasometer mit Blick auf die Lagune neben dem Weinberg von San Francesco und hinter der Kirche Santa Giustinia gebaut.

Dieser Stadteil mit Schulen und lebhaften Geschäften ist derzeit in eine Diskussion involviert, um eine dauerhafte Lösung für das im 19. Jahrhundert gebaute Gasometer zu finden. Es versteht sich von selbst, dass eine sehr sorgfältige und nachhaltige Lösung gefunden werden muss, um die venezianische Identität zu bewahren. Das Gleichgewicht in der Stadt muss erhalten bleiben.

Es gibt erfolgreiche Lösungen für die Nutzung von Gasometer-Standorten in anderen Städten, beispielsweise in Wien: Hier handelt es sich um einen gemischt genutzten Standort, und das ehemalige Gasometer wurde in die Stadt integriert und von den Bewohnern als attraktiver und lebenswerter Raum angesehen.

Es gibt einen weiteren unbekannten Grund, weshalb San Francesco della Vigna so wichtig für die Venezianer ist: Es gibt hier nicht nur eine äußerst wertvolle Bibliothek und einen einzigarten Garten, sondern es ist auch der letzte Ort in der Stadt, an dem sich die alten Vereinigungen treffen: Das Kloster wurde die geistige Heimat Venedigs nach 1797. Heute ist es die Heimat der Cavalieri di San Marco, die 1571 nach der Schlacht von Lepanto gegründet wurden. Sie haben ein großes internationales Netzwerk und feiern hier jedes Jahr am 25. April das Fest von San Marco.

Teil 2 dieser Blogserie führt Sie in das Kloster und seinen Weingarten hinein, und Sie werden die Geschichte dieses besonderen Weins entdecken!

2 thoughts on “San Francesco della Vigna: Secrets of The Oldest Vineyard in Venice

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